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Hannah J. Kohler im Künstlergespräch

Hannah J. Kohler im Künstlergespräch
Foto | Quelle: Günter E. Bergmann

Im Rahmen der Ausstellung 2026 | Goldene Horizonte

Samstagsgespräch | Künstlergespräch

6. Juni 2026
Kosten: 15,- Euro

Hannah J. Kohlers (*1997) künstlerischer Schwerpunkt ist die Fotografie, die sie in einem erweiterten multimedialen Kontext einsetzt.

Während ihrer Langenargen-Monate im Kavalierhaus in 2023 entwickelte Kohler zentrale Arbeiten, in denen sie sich intensiv mit kunsthistorischen Bezügen sowie Fragen von Identität, Weiblichkeit und Wahrnehmung auseinandersetzte. In der direkten Begegnung mit Werken von Purrmann und Knoller entstanden die „Interventionen“, die zum vergleichenden Sehen einladen und als Schenkung dem Museum überlassen wurden.

Der Aufenthalt in Langenargen wirkt bis heute als prägende und sehr produktive Zeit nach, die Kohler künstlerisch nachhaltig beeinflusst hat und mit der sie eine besondere persönliche Verbundenheit verbindet.

Im Gespräch erfahren wir, wie sich ihre Kunst und ihr Leben seit dem Langenargen-Aufenthalt weiterentwickelt haben, welche Themen die junge Künstlerin aktuell beschäftigen und welche Rolle neue Technologien wie Künstliche Intelligenz in ihrer Arbeit spielen.

Künstlerin kreiert waghalsige Selbstinszenierungen

Schwarz-Weiß, Licht und Schatten: Das sind die zentralen Elemente, mit denen sich die Fotokünstlerin Hannah J. Kohler in vielfältiger Weise auseinandersetzt. Ihre Selbstinszenierungen nimmt der Betrachter mit Staunen zur Kenntnis: mal spannt sie sich mit Händen und Füßen zwischen historische Türrahmen oder sie zeigt waghalsige, artistische Übungen kopfüber auf Leitern – all dies fotografiert die 28jährige mit dem Selbstauslöser der eigenen Kamera und schafft damit eine ganz besondere Perspektive.

Hannah J. Kohler studierte freie Kunst und Fotografie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. In ihren Arbeiten setzt sie sich mit dem Begriff der Selbst- und Fremdwahrnehmung intensiv auseinander und hinterfragt gelegentlich auch ihre eigene Weiblichkeit.

Derzeit sind einige ihrer Kunstwerke im Rahmen der Sonderausstellung „Goldene Horizonte“ im Museum Langenargen zu sehen. Deshalb kam Hannah J. Kohler auch zum Künstlerinnen-Gespräch mit Kuratorin Andrea Dreher nach Langenargen und berichtete über ihre Arbeit.

Mit 14 Jahren habe sie ihre erste Kamera bekommen und damit sei auch klar gewesen, wohin sich ihr kreatives Schaffen entwickeln wird. Sie berichtete in dem offenen und persönlichen Gespräch auch über eine oft schwierige Künstlerszene, in der Neid, Eifersucht und Missgunst eine Rolle spielten. Einige ihrer Freundschaften seien daran zerbrochen. Interessant auch ihre Aussage, dass die Künstliche Intelligenz (KI) mittlerweile ihre Arbeit sehr stark prägt und die Selbstvermarktung über die sozialen Medien wie Insta eine wichtige Rolle spiele.